Kostenlose Beta-Kurse: Mein persönlicher Rückblick auf das für und wider als Teilnehmerin – und welche Kurse mich tatsächlich begeistern

Ein Blogparaden-Beitrag

Seit Januar blogge ich regelmäßig. Ich möchte meine Sichtbarkeit verbessern. Und neben dem Schreiben als Training und Haltung bin ich natürlich auch interessiert an allem, was zur Sichtbarkeitssteigerung, Markenbildung, dem Business-Building, der Technik usw. noch so alles dazugehört, um möglichst bald möglichst erfolgreich zu sein.

Da kommen mir die zahlreichen kostenlosen Beta-Kurse, Somba-Kurse, Schnupper-Kurse, Anfänger-Kurse, Master-Classes, Challenges – und wie sie sonst noch alle heißen – natürlich gerade recht. Denn ich bin von Natur aus neugierig und es gibt so wahnsinnig viele gute Kurse, die selbst in ihrer kostenlosen oder Entwicklungs-Variante sehr viel Wissen vermitteln und von sehr kompetenten und engagierten Kursleiter:innen konzipiert und durchgeführt werden.

Seit Januar habe ich also ganz schön viele sog. Beta-Kurse oder Master-Classes „belegt“, denn ich bin neugierig und das Angebot ist riesig! Und für das vermittelte Wissen bin ich als Gegenleistung natürlich auch bereit, das Angebot der Kursentwickler:innen mit meinem Feedback zu verbessern. Denn das ist meist der Deal, der hinter den kostenlosen Beta-Kursen steht, neben der Werbung und dem Hinweis auf den danach folgenden, kostenpflichtigen Kurs, den man bestenfalls buchen soll.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das leider oft anders aus, und zwar für beide Seiten… Warum und wie genau, beschreibe ich heute aus der Sicht als Teilnehmerin anlässlich der Blogparade von Michaela Schächner, die dazu aufgerufen hat. Sie will wissen: „Hassliebe kostenlose Betakurse: Zerstören kostenlose Onlinekurse den Markt – oder sind sie ein Business-Booster?“

Meine 10 guten Gründe FÜR kostenlose Beta-Kurse

Die 10 Gründe, sich für einen Beta-Kurs einzutragen, lauten für mich:

  1. Es ist ganz unkompliziert – einfach Vornamen und Mailadresse eintragen, kurz bestätigen – und schon kann es losgehen.
  2. Man lernt stets dazu und profitiert von den Erfahrungen der Kursanbieter:innen.
  3. Man kann den Kurs ggf. mit seinem Feedback verbessern dabei helfen, Lücken, Stolpersteine oder Verständnisfragen zu identifizieren, die die Anbieter:innen dann bei Bedarf bearbeiten können.
  4. Es kostet kein Geld – nur Zeit und Engagement.
  5. Man vernetzt sich automatisch mit den anderen Teilnehmer:innen und vergrößert sein eigenes Netzwerk, denn meist gibt es begleitende Facebook-Gruppen für den Austausch.
  6. Man lernt dort, aktiv und achtsam zu kommentieren, nachzufragen und aufzunehmen.
  7. Man hat in der Kurslaufzeit immer jemanden, den/die man fragen kann – irgendjemand weiß meist sehr schnell eine Antwort und ist auch bereit, diese mit der Gruppe zu teilen.
  8. Man wird mit Fragen und Worksheets konfrontiert, die einem dabei helfen können, Antworten auf vorher nicht bewusst bedachte Fragen und Aspekte zu finden.
  9. Man geht mit mehr Wissen heraus, als man vorher hatte.
  10. Der für mich wichtigste Grund: Man kann die/den Kursanbieter:in intensiv kennenlernen, sieht, ob die Chemie stimmt und ob auch der Humor beim Lernen und Lehren nicht zu kurz kommt. So hat man eine super Entscheidungsgrundlage, falls man anschließend einen Bezahlkurs buchen möchte. Insofern sehe ich Beta-Kurse durchaus als Booster.

 

Meine 9 Gründe, die aus meiner Sicht GEGEN kostenlose Beta-Kurse sprechen

  1. Was nichts kostet, ist auch nichts – man neigt also schnell dazu, den Kurs, die Inhalte oder den/die Anbieter:in nicht wirklich ernst zu nehmen.
  2. Das Engagement und die Motivation sind von Beginn an vielleicht nicht sehr hoch, da es ja gar nichts macht, wenn man doch nicht dranbleibt – es kostet ja nichts.
  3. Man kann schnell den Fokus verlieren und sich überfordern, wenn man zu viele Kurse belegt – denn sie sind an sich schon zeitintensiv. Und das Gelernte macht ja nur Sinn, wenn es währenddessen oder danach auch aktiv umgesetzt und angewendet wird – und auch das kostet Zeit, die man von Anfang an einplanen muss!
  4. Wer belegt, aber nicht aktiv mitmacht, nimmt bei begrenzter Teilnehmer:innenzahl ggf. jemand anderem den Platz weg.
  5. Wer nicht mitmacht, kann auch kein konstruktives Feedback geben – darauf bauen aber die meisten Beta-Kurse auf.
  6. Zu viele Kurse können auch verwirren und blockieren – und dann funktioniert vielleicht nicht einmal mehr das Tagesgeschäft.
  7. Kostenlose Kurse, die über mehr als zwei Wochen laufen, binden sehr viel Zeit und Energie für beide Seiten, die Gefahr, dann schon vorher auszusteigen, oder zu viel Wissen in diesen kostenlosen Beta-Kurs preiszugeben, ist groß.
  8. Oft finden solche Beta-Kurse zeitgleich im Frühjahr oder Sommer statt – z. B. die über 400 Somba-Kurse – das ist zeitlich ein großer Begrenzungsfaktor. Mehr über das Jahr verteilte Angebote wären für viele sicher besser nutzbar – so ist die schiere Auswahl einfach schon zu groß.
  9. Wir Menschen sind Jäger und Sammler. Wenn wir aber Zeit und Mühe zum Jagen und Sammeln von Wissen investieren, das uns gerade konkret nichts nutzt, ist dieser Aufwand verschwendete Lebenszeit.

Mein Fazit: Nur Kurse belegen, die dir wirklich in diesem einen Moment konkret weiterhelfen!

Ich habe alle diese vorgenannten Für- und Wider-Gründe persönlich erlebt und kann daher jetzt mit Sicherheit sagen, welche Kurse für mich tatsächlich super funktioniert haben und warum. Welche mich im Anschluss sogar zu einem Kauf motiviert haben und warum. Und für welche ich gerne aus Überzeugung „Werbung“ mache, indem ich sie meiner Community weiterempfehle – auch wenn ich sie selbst nicht gebucht habe.

Diese 3 Eigenschaften muss ein kostenloser Beta-Kurs haben, der bei mir funktioniert

  1. Ein Kurs, der mir schon im Titel unmissverständlich verspricht, welches konkrete Problem er lösen kann. Den Titel eines solchen Kurses oder Angebotes muss ich nicht googeln oder hinterfragen, der versteht sich von selbst und lässt mich spontan mit „Ja, ich will“ reagieren.
  2. Ein Kurs, der meine Erwartungen an ihn zu fast 100 Prozent erfüllt – indem das Thema für mich genau jetzt genau richtig ist, der hält, was sein Titel verspricht, der kreativ ist und mit Leichtigkeit motiviert.
  3. Ein Kurs, in dem der/die Kursleiterin offen, sympathisch, authentisch und kompetent rüberbringt, was ihr/ihm wichtig ist – und nicht seine/ihre Methode als die einzig wahre präsentiert.

Erfolgreiche Kurs-Konzepte und Challenges, die sich für mich gelohnt haben

Von den vielen kostenlosen Beta-Kursen, Challenges und Angeboten, die ich bisher aktiv mitgemacht und genutzt habe, haben es bisher 4 geschafft, mich auf die eine oder andere Weise zu überzeugen:

  1. Der Jahresrückblog von Sympatexter Judith Peters – ein 20-Tage-Blogger-Kurs – hat mich im Dezember 2020 motiviert, wieder mit dem regelmäßigen Bloggen anzufangen. Denn diesen Wunsch habe ich schon sehr lange mit mir herumgetragen, ohne in die Umsetzung zu kommen.
    Am 20.12.20 habe ich also tatsächlich in der Gemeinschaft vieler weiterer Jahresrückblogger:innen den ersten Teil meines epischen Jahresrückblicks veröffentlicht. Und nach dem Motto „better done than perfect“ ist er zwar noch immer nicht ganz fertig, aber er deckt den für mich wichtigsten Teil des letzten Corona-Jahres ab.

    Diese für mich befreiende, befriedigende und motivierende Jahresrückblog-Aktion hat mich dann tatsächlich dazu motiviert, das Ein-Jahres-Programm „The Content Society“ von Sympatexter zu kaufen. Ich hatte Judith als tollen und lockeren „hands-on“-Profi kennengelernt und auch die Gemeinschaft der Bloggenden wollte ich nicht mehr missen. Wöchentlich mutig einen fachlichen oder persönlichen Blogartikel veröffentlichen, eine eigene Blogparade anstoßen, wertschätzendes Feedback geben und nehmen? Schaffe ich jetzt dank der Content Society!

  2. Kürzlich hat Judith mit der kostenlosen 7-Tages-Blog-Challenge Boom Boom Blog gelockt und anschließend ihren 8-Wochen-Kurs The Blog Bang gelauncht. Im Boom Boom Blog haben wieder andere Menschen mitgemacht und mancher Fokus war anders als in The Content Society, deshalb machte ich auch hier mit. Der Kurs The Blog Bang enthält manche Inhalte, die ich schon kenne, ist aber total wertvoll, weil ich so vieles vertiefen und wiederholen kann. Und weil ich Judiths Art mag und sie mittlerweile virtuell schon gut kenne, weiß ich genau, was ich bei ihr bekomme, und eine Entscheidung für einen ihrer Kurse wird mir in Zukunft auch als Wiederholungstäterin leichtfallen. Eindeutig ein Punkt für Sympatexter!

  3. Im Februar hatte ich am kostenlosen Bildsprache-Bootcamp von Kerstin Sönnichsen teilgenommen: Ein ganzes Wochenende habe ich mir dafür freigehalten, vor- und nachmittags haben wir 2 x 2 Stunden Webinar gehabt und in der Mittagspause praktisch umsetzen sollen, was wir vorher gelernt und besprochen hatten.

    Meine Motivation war groß, denn eigene gute Bilder mit besonderer Bildsprache und außergewöhnlichen Perspektiven möchte ich gerne nutzen können für meine Social Media-Kanäle und meinen Blog. Die mit dem Handy zu machen, den besonderen Blick für Motive zu finden und die Fotos passend zu bearbeiten, macht mir einen Riesenspaß. Kerstin kannte ich vorher gar nicht, aber das Thema fand ich spannend und nutzwertig – und so habe ich alle Kursteile mitgemacht. Ich habe Kerstin als engagierte und sehr professionelle Kursanbieterin kennengelernt, ihre Art, Wissen zu vermitteln zeigt mir, dass sie mit Begeisterung und Leidenschaft ihren Beruf lebt und ihre „Personal Branding Fotografie“ als Marke wirklich vorantreiben will. Sie hat mich mit ihrem Bootcamp überzeugt. Und obwohl ich ihren Folgekurs aus Zeitgründen nicht gebucht habe, empfehle ich sie gerne immer wieder weiter – am 10. Juni gibt es z. B. wieder einen kostenlosen Schnupperkurs bei ihr.

  4. Die Instagram-Challenge #meetthebloggerde21 von Anne Häusler lief vom 1. bis zum 14. Mai. Täglich einen Post zu einem vorgegebenen Thema zu veröffentlichen war ziemlich anspruchsvoll und zeitaufwändig, hat aber in dem wieder neuen Netzwerk großen Spaß gemacht. Durch das „learning by doing“ habe ich neues gelernt und mein Netzwerk erneut erweitert. Annes Art hat mir spontan gefallen und sollte sie einen Kurs anbieten, den ich passend für mich und sinnvoll zu dem Zeitpunkt finde, würde ich es definitiv in Erwägung ziehen.

 

Es gibt also aus meiner Sicht als Teilnehmerin viel mehr Vorteile als Nachteile, kostenlose Beta-Kurse, Challenges und Kursangebote zu nutzen. Und auch für die Kursanbieter:innen ist der Nutzen sicher größer als die potenziellen Nachteile.

Denn es gibt kaum einen anderen sinnvollen und erfolgversprechenden Weg, sich persönlich bei seiner Zielgruppe vorzustellen, seine Arbeitsweise zu präsentieren, sie von seiner Kompetenz zu überzeugen und damit an sich zu binden. Allerdings sollten Titel, Inhalt, Dauer und Aufwand in einem sehr guten Verhältnis zueinanderstehen. Das auf beiden Seiten zu beurteilen, ist eine nicht ganz einfache Aufgabe, wie ich finde.

Insgesamt bin ich also ganz klar für kostenlose Beta-Kurse – für beide Seiten.

Was denken Sie? Geben Sie selbst Beta-Kurse oder haben Sie schon an Beta-Kursen teilgenommen? Und empfehlen Sie sie weiter, wenn Sie davon überzeugt sind? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Nicole Isermann

Nicole Isermann steht für Text, Redaktion und PR mit Leidenschaft! Seit über 20 Jahren arbeitet sie unter dem Kürzel NicPR als freie und fest angestellte Fachjournalistin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen, Vereine, Verbände, Agenturen oder Gründer:innen. Auf ihrem Blog PRojektText.com findet sich alles rund um professionelle PR und das zielgruppengerechte Texten: on- wie offline. Aber auch viel persönliches - viel Spaß beim Lesen!

2 Gedanken zu „Kostenlose Beta-Kurse: Mein persönlicher Rückblick auf das für und wider als Teilnehmerin – und welche Kurse mich tatsächlich begeistern

  • 30. Mai 2021 um 7:42
    Permalink

    Liebe Nicole,

    danke für deine vielseitigen Überlegungen zum Thema „Gratis Kurse“. Besonders die Auflistung der Pro und Contra Punkte finde ich sehr hilfreich und mich zu eigenem Nachdenken angeregt.

    Liebe Grüsse, Yvonne

    Antwort
    • 3. Juni 2021 um 16:37
      Permalink

      Liebe Yvonne, hab vielen Dank für dein Feedback – auch für mich hat der Beitrag viel mehr Klarheit gebracht. Erstaunlich, wie Schreiben fokussiert! Lieben Gruß, Nicole

      Antwort

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