Mein Motto für das Jahr 2021: „Unperfekt? Perfekt!“

(Oder was das Bloggen mit Geburtshilfe zu tun hat…)

Für jedes Jahr sollte man sich ein Motto überlegen, das einen durch das Jahr führt und beim Fokussieren hilft. Länger hatte ich mich nicht zwischen Sichtbarkeit und Vernetzung entscheiden können, denn beides ist wichtig, wenn man im unendlichen World Wide Web oder auf den Social Media-Kanälen wahrgenommen werden möchte. Dann merkte ich, dass mir davor noch ein wesentlicher Schritt fehlt: Überhaupt erstmal etwas zu produzieren, das sich sichtbar machen oder vernetzen ließe… Und zu erkennen, warum das so ist. Also kam ich schließlich zu dem für mich zurzeit passenden Motto für das Jahr 2021: „Unperfekt? Perfekt!“.

Ich weiß: ich befinde mich in allerbester Gesellschaft. Es gibt so viele Menschen da draußen, die wie ich viele Themen, Ideen und Konzepte haben. Die seit meiner Weiterbildung zur Online-Redakteurin (IHK) 2016 schon in meinem Kopf – und in meinem Herzen – herumgeistern und darauf warten, in die Welt hinausgelassen zu werden. Und die dennoch nie veröffentlicht oder thematisiert wurden, weil es einfach NIE perfekt war. Weil die Angst und Unsicherheit vor der Veröffentlichung doch zu groß war. Weil das doch bestimmt keinen interessiert. Weil es schon Millionen Menschen gibt, die das besser können als ich. Weil etwas nicht fertig geworden war oder sich überholt hat. Weil andere Dinge doch wieder wichtiger oder zeitaufwändiger waren. Weil das Leben passierte. Weil das Prokrastinieren oft so viel leichter und verlockender war. Weil…

Von der Zeugung einer Idee bis zur Textgeburt

Und so ging ich also seeeehr viel länger als neun Monate schwanger mit meiner Idee, endlich eine neue Webseite anzulegen bzw. die alte Seite PRojektText.com zu aktualisieren und regelmäßig zu BLOGGEN. Denn es macht mir so viel Spaß, wenn ich einmal anfange und im Flow bin – das merke ich immer wieder, wenn ich beruflich bzw. im Auftrag schreibe. Aber für meine eigenen Texte reichte es nie. Denn als Bloggerin reicht es doch nicht, nur (gut) zu schreiben… so viel ist zu bedenken, der Rahmen muss doch stimmen, die Technik ist nicht ganz ohne, passende Bilder müssen her, das „Schönmachen“ des Textes gehört auch noch dazu – und es muss doch ALLES perfekt sein, wenn es einmal im Netz ist. Oder etwa nicht??? Also habe ich erst mal weiter fleißig gesammelt, geplant, getextet, gespeichert, verworfen, liegengelassen, mit motivierenden Freund:innen darüber gesprochen – und dann doch nichts davon umgesetzt. Viel besser wäre es also gewesen, ich hätte mir das Motto für das Jahr 2021 schon in den zurückliegenden Jahren zu Herzen genommen, aber ach, der eigene Anspruch…

Die ersten Textwehen

Eine Ausnahme gab es immerhin! Denn Anfang Januar 2019 hatte ich an einer Blogparade von Marketingzauberin Birgit Schultz teilgenommen, weil ich die Idee sehr charmant fand: Sie hatte dazu aufgerufen, ein persönliches ABC zu schreiben, um auf die Wichtigkeit des persönlichen Brandings hinzuweisen. „Super!“, dachte ich. „Das ist der Einstieg, ab jetzt blogge ich also wieder regelmäßig.“ Doch obwohl mir diese Blogparade riesig viel Spaß gemacht hat und ich gutes Feedback bekam – auch daraus wurde wieder nichts… Ohne Challenges, Blogparaden, Deadlines oder konkrete Projekte erblicken meine eigenen Texte einfach nicht das Licht der Welt… Und so ging es also wieder weiter mit der Schreib- und Sendepause. Verflixt!

Mitte 2019 habe ich dann immerhin angefangen, meine persönlichen und beruflichen Themen regelmäßig auf Instagram und Facebook zu veröffentlichen, als „Snack-Content“ in kleinen journalistischen Formaten sozusagen. Das geht ja zwischendurch immer mal, ist nicht so zeitintensiv und im Alltag gab es plötzlich ganz viele Anregungen, Empfehlungen Entdeckungen, Erlebnisse und Themen, über die ich posten wollte – und mit großer Lust auch konnte. Die Sichtbarkeit ist aufgrund des Algorithmus, dem man ohne eigene Plattform ausgeliefert ist, natürlich nicht exorbitant, aber sie vergrößert sich stetig und das Feedback zu Texten und Fotos ist toll. So waren die beiden Kanäle bisher meine Spielwiese, auf der ich mich lustvoll mit Social Media, den verschiedenen möglichen Formaten, Texten und Themen ausprobiert habe. Hier finde ich es – und das verwundert mich selbst immer mal wieder – gar nicht so schlimm, nicht perfekt zu sein und mich im Tun einfach weiter zu entwickeln. Eine Weiterbildung zu Instagram Ende 2019 und zwei weitere im letzten Herbst lieferten weitere Ideen, die ich ausprobiere. Aber: Gebloggt hatte ich immer noch nicht…

Was lange währt: Die Jahresrückblog-Challenge als Geburtshilfe und der Weg zum Motto für das Jahr 2021

Bis der 1. Dezember 2020 kam, in Form der wunderbaren Jahresrückblog-Challenge von Judith Peters / Sympatexter. Ich folge ihr schon eine ganze Weile und auch ihr Newsletter geht regelmäßig in meinem Postfach ein. Judiths namensgebende sympathische und pragmatische Art hat mich von Beginn der Challenge an überzeugt – ebenso wie der wertschätzende und motivierende Austausch in der Jahresrückblog-Gruppe. Mit dieser „Geburtshilfe“ hat mein neues Bloggerinnen-Dasein also im Dezember begonnen – und damit es nicht wieder beim „Einzelkind“ bleibt, habe ich mich trotz einigem Zaudern, Zögern & Zweifeln tatsächlich dazu entschlossen, mir die 12 Monate Content Society zu schenken und jetzt also regelmäßig zu bloggen! Eine ganze Großfamilie – besser noch eine ganze Dynastie an Blogbeiträgen soll jetzt zur Welt kommen!

Der große Vorteil für mich besteht darin, an die Hand genommen zu werden, Aufgaben und ein Gerüst zu bekommen, regelmäßig Beiträge – mindestens 52 in diesem Jahr – zu schreiben und zu veröffentlichen, und natürlich der fachliche und persönliche Austausch. Letzteres hatte mir schon bei meiner Online-Ausbildung 2016 so gut gefallen. Und die Aufgabe für Woche 1 der Content Society lautet eben, ein Motto für das Jahr 2021 auszuwählen und darüber zu schreiben. 

Die drei großen Ps – oder doch P hoch X?

Wer heute al Veröffentlichungstag auf meinen Jahresrückblick 2020 klickt, wird sehen, dass er heute noch immer nicht ganz fertig ist. Aber hey, genau deshalb lautet mein Jahresmotto ja „Unperfekt? Perfekt!“ Denn durch Judith und die wunderbar wertschätzende Jahresrückblog-Community habe ich die drei großen Ps in meinem Leben – Plan, Perfektionismus und Prokrastination – jetzt erstmal aus meinem Bloggerinnen-Leben ausgeschlossen. Ich habe akzeptiert, dass es ok ist, wenn man einfach mal macht und auch ein bisschen auf den Bauch und nicht nur den Kopf hört, um überhaupt erst einmal etwas zu schaffen. Dass es den meisten anderen da draußen auch so geht. Dass jede:r mal klein, unsicher und unperfekt angefangen hat, dann stetig gewachsen ist, endlich erwachsen – und wenn nicht perfekt, so doch immerhin persönlich und professionell geworden ist! Und genau das macht ja den Unterschied: Anfangen! Nicht Andenken, Umdenken, Ablegen. Judith und die Content Society sind für mich quasi der perfekte „Geburtskanal“, um mich in bester Gesellschaft regelmäßig ans Bloggen zu wagen – und damit auch all die anderen Herausforderungen wie Sichtbarkeit, Technik, Feedback, Austausch etc. anzugehen. Und es ist ein super Gefühl, der ewigen Content-Ängst (ein tolles Wort von Judith) jetzt einfach ein Schnippchen zu schlagen und loszulegen. Und ganz anders als eine Geburt tut es – tada – auch gar nicht weh…

Der Ausblick auf das Jahresende 2021 – was wird passieren?

Das Motto für das Jahr 2021 lautet genau deshalb bei mir „Unperfekt? Perfekt!“ Was sich daraus entwickeln wird? Ich bin gespannt – das Bloggen ist für mich jedenfalls eine neue Reise hin zu neuen Perspektiven, quasi ein Prozess für neue Entwicklungen. Auf jeden Fall soll jetzt für meinen neuen Blog endlich die WordPress.org-Präsenz entstehen – bis dahin veröffentliche ich noch auf der alten Seite PRojektText.com. Und wer weiß – vielleicht werde ich mich auch schon in diesem Jahr trauen, endlich einen Podcast zu machen, denn auch mit meiner Stimme würde ich gerne mehr arbeiten, sie hörbar machen. In Zeiten einer weltweiten Pandemie (noch so ein fieses P), die uns in vielen Bereichen so brutal ausbremst, bin ich dafür sehr dankbar! Vielleicht ist auch Corona ein Grund, mich jetzt endlich zu trauen – im vergangenen Jahr mussten wir alle lernen, dass Pläne dauernd gemacht, angepasst oder verworfen werden mussten – warum also soll das beim Bloggen am Anfang nicht auch funktionieren?

Gerne würde ich wissen:

  • Was bedeutet Perfektion für Sie?

  • Warum muss bei Ihnen immer alles perfekt sein?

  • Ist Ihnen Perfektion wichtiger als Authentizität und Ehrlichkeit?

Antworten & Anregungen gerne in die Kommentare tippen – ganz spontan und unperfekt…

Nicole Isermann

Nicole Isermann ist seit über 25 Jahren freie und fest angestellte Fachjournalistin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie arbeitet für Unternehmen, Vereine, Verbände, Agenturen oder Gründer. Der Blog PRojektText.com bietet alles rund um professionelle PR für KMU und das zielgruppengerechte Texten: on- wie offline.

2 Gedanken zu „Mein Motto für das Jahr 2021: „Unperfekt? Perfekt!“

  • 10. Januar 2021 um 14:32
    Permalink

    Perfektion bedeutet für mich, eine Arbeit zu meiner Zufriedenheit fertig zu stellen und dadurch in einen hohen Energie-Zustand zu kommen. Natürlich kann nicht alles immer perfekt sein. Der Rest (die Wohnung) ist es dann halt nicht 😊. Ein perfektes Leben zeichnet sich durch Authentizität und Ehrlichkeit aus.

    Antwort
    • 3. Februar 2021 um 21:46
      Permalink

      Hallo Shau Chung Shin, genau so sehe ich das auch! 100% erreicht man selten, man muss also wählen, was gerade ganz oben auf der persönlichen Wunsch- und Mottoliste steht – der Rest fügt sich dann meist von selbst! Auch dir weiterhin viel Erfolg in TCS und bis bald! Lieben Gruß von Nicole

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.