Wie ich diese sechs negativen Glaubenssätze überwunden habe

Glaubenssätze, Meinungen, Mindfucks, Einstellungen, Blockaden, selbsterfüllende Prophezeiungen … Es gibt so viele Begriffe für etwas, das meist nur in unserem Kopf existiert und doch so viel Schaden anrichten kann. Hier gibt es eine gute Definition:

Es handelt sich aus psychologischer Sicht bei Glaubenssätzen um das Ergebnis individueller Wahrnehmungsfilter, aus denen Erfahrungen und Vorstellungen entstehen und so ein spezifisches Modell der realen Welt erschaffen.

Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Das Perfide ist, dass diese Überzeugungen vor allem in einem selbst liegen und deshalb als „gegeben“ angenommen werden, in der Regel ganz unbewusst. Und dass solche Glaubenssätze nicht nur von unseren Erlebnissen und Erfahrungen geprägt werden, sondern vor allem auch von den Meinungen und Zuschreibungen unserer Eltern, Geschwister oder Freunde, die wichtige Bezugspersonen gerade in Kindheit und Jugend sind.

All diesen Glaubenssätzen ist gemeinsam, dass sie dich massiv daran hindern, deine wahren Wünsche, Bedürfnisse, Fähigkeiten und Talente zu erkennen, sie auszuleben und zu einem erfüllenden und bestenfalls einträglichen Beruf – und dich als Mensch glücklich – zu machen.

Negative Glaubenssätze können dich hemmen – oder dich stark machen

Ich hatte und habe – wie die meisten Menschen – natürlich auch solche hemmenden Glaubenssätze. Einige habe ich heute zum Glück überwunden, an anderen arbeite ich noch. Denn an den Glaubenssätzen aktiv zu arbeiten und sie schließlich zu überwinden, sehe ich persönlich als große Chance der Weiterentwicklung. Du auch? Dann lies gerne weiter!

1. Ich bin zu klein und schwach, um mich zu wehren

Als kleines Mädchen fühlte ich mich in den allermeisten Situationen schwach und ausgeliefert, denn ich war nicht besonders groß oder sportlich – und selbstbewusst schon gar nicht. So zog ich oft genug den Kopf ein, machte mich klein und unsichtbar und verkroch mich in meine Welt der Bücher. Und ich ging allen Konflikten aus dem Weg. Ja, ich war ziemlich schüchtern und sehr introvertiert. Heute gelte ich mitunter als streitbar und konfliktfreudig und spreche über jedes Thema. Denn ich habe gelernt, dass es für mich gesünder ist, Konflikten nicht mehr aus dem Weg zu gehen, sondern konstruktiv damit umzugehen. Und so „erfand“ ich mich zu Beginn meines Studiums neu – dort kannte mich ja niemand. Das war ein langer, schwerer, aber befreiender Prozess.

2. Schreiben kann jede*r – ist doch nichts Besonderes!

Ganz lange dachte ich, dass es ganz normal ist, wenn man wie ich Spaß am Schreiben hat und es gut kann – das ist doch echt nichts Besonderes, oder? Erst auf dem Gymnasium wurde mir klar, dass das so nicht stimmt. Im April habe ich dazu ein Reel auf Instagram gemacht:

3. Na toll – ich kann also toll schreiben – aber das ist doch brotlose Kunst?!

Lesen, Schreiben und kreativ mit Sprache umgehen lag mir schon immer. Deutsch und Englisch waren meine Lieblingsfächer – und die mit den besten Noten, denn das Lernen fiel mir leicht. Aber: Was macht man damit nach der Schule? Meine Familie hielt nichts vom geplanten Germanistikstudium. Und ganz ehrlich? So genau wusste ich damals auch noch nicht, was damit aus mir werden könnte. Aber mangels anderer Leidenschaften und Hobbys begann ich voller Vertrauen mit dem Studium – und fand während meiner Studentenjobs schließlich bald meine Berufung – die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und das Texten im und für das Business. Wie gut, dass ich am Ball blieb und an mich und meinen Weg glaubte. Heute würde man sagen: „trust the process“.

4. Ich und Technik? Zwei Welten, die nicht zusammengehören!

Lange habe ich mich von allem fern gehalten, was auch nur ansatzweise mit Technik zu tun hatte. Und irgendwie war da auch immer jemand, der das besser und schneller konnte als ich. Dabei bin ich ein wirklich neugieriger Mensch … Das musste sich schließlich ändern, als ich von zu Hause auszog und mich plötzlich um alles alleine kümmern musste: Löcher in eine Wand bohren, Öl im Auto nachfüllen, später mit den ersten Computern in der Uni und dann im Job umgehen, Kugellager zusammenbauen …

Noch vor anderthalb Jahren habe ich an meiner Website optisch und inhaltlich nichts ändern können – heute schreibe ich furchtlos Programmiercodes in mein CSS, wie es mir gefällt – wofür gibt es schließlich Tutorials? Meinen Newsletter habe ich im Dezember 2021 manuell erstellt und versendet – seit März 2022 nutze ich endlich ein Tool dafür. Mit dem Bloggen habe ich eigentlich nur wegen Corona begonnen – gerade habe ich meine erste Video-Masterclass aufgenommen. Anfangen, Lernen, Scheitern und Weitermachen: das ist für mich der allerbeste Weg, um den eigenen Mindfuck zu überwinden.

5. Ich will niemals als Lehrerin oder Coach arbeiten!

Genau, wollte ich nie, deshalb habe ich auch nicht auf Lehramt studiert, sondern mich im Magisterstudiengang eingeschrieben. Denn ich habe mich schon immer lieber hinter meinen Texten versteckt, als öffentlich vor einer Gruppe etwas präsentieren oder etwas erklären zu müssen. Und das tue ich auch heute (noch).

Aber es arbeitet in mir – und so nutze ich jede sich bietende Gelegenheit, um eine echte oder virtuelle Bühne zu betreten – und merke: Es macht mir zunehmend Spaß und versetzt mich nicht mehr in Panik. Begonnen hatte es vor Jahren in der Grundschule meiner Kinder, wo ich recht spontan einen Schülerzeitungs-Kurs anbot, weil ich es so wichtig fand. Live-Interviews auf Englisch? Klappt. Eine öffentliche Person live befragen? Ist richtig toll! Mich auch per Video und Audio immer sichtbarer zu machen? Finde ich gar nicht mehr schlimm. In mir unbekannten Gruppen virtuell oder in Präsenz auch mal das Wort führen? Gelingt immer besser.

6. Texte und Websites müssen seriös, technisch, voller Wissen und unpersönlich sein.

Lange dachte ich, dass ich als Texterin meine Persönlichkeit verstecken muss – denn es geht ja schließlich um die Sache. Den Inhalt. Den Kunden. Die Auftraggeberin. Das Know-how. Meine Website, die ich 2016 in meiner Ausbildung zur Online-Redakteurin angelegt hatte, fristete genau deshalb schnell wieder ein Schattendasein. Denn das dröge Schreiben über PR war mir einfach zu langweilig.

Der Funke sprang nicht über. Es gab 2019 nur eine Ausnahme – und das war – genau – ein persönlicher Beitrag über mich – ein persönliches ABC. Seitdem ich im Januar 2021 begann, in der Gemeinschaft von The Content Society zu schreiben und „dynamisch“ zu bloggen, macht es mir wieder einen Riesenspaß. Natürlich darf man – ja muss sogar! – Persönliches von und über sich berichten, denn nur so werden wir nahbar, können sich Menschen ein Bild davon machen, ob wir zu ihren Werten und Wünschen passen.

Ja, es braucht Mut, um Herz und Haltung zu zeigen, aber genau das macht den Unterschied. Hebt uns von anderen, fachlich gleich guten Dienstleisterinnen, Coaches oder Anbietern ab.

Hast du dich auch schon einmal gefragt, was deine negativen Glaubenssätze sind und wie du sie überwinden kannst? Haben wir welche gemeinsam? Hast du Fragen? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar hier unter meinem Beitrag.

Nicole Isermann

Nicole Isermann steht für Text, Redaktion, Content und PR mit Herz und Haltung! Mit Einfühlungsvermögen verfasst und bearbeitet die Wahlbonnerin Texte, die ankommen, berühren und Mehrwert liefern - am liebsten für Soloselbstständige mit echtem Herzens-Business. Ihre Lieblingsthemen sind Essen & Trinken, Lesen & Schreiben, Reisen & Kultur, Natur & Umwelt oder Engagement & Lernen. In den kreativen Schreibfluss findet Nicole u. a. mit ihren kreativen Elfchen und Zelfchen. Wenn sie nicht schreibt, engagiert sie sich ehrenamtlich für Kultur-, Kirchen- und soziale Projekte.

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