Egoismus ist notwendig – oder warum ich nicht für jede:n arbeite

Jetzt ist es raus. Ich bin wählerisch. Ich bin egoistisch. Manche sagen sogar stur. Ich bin ehrlich. Und ich bin mir wichtig. Für mich sind das alles keine negativen Eigenschaften, sondern Zeichen von Selbstfürsorge.

Warum ich so wurde, wie ich bin

Als Kind wuchs ich in einem eher autoritären und konservativen Familienumfeld auf, auf dem Land am Niederrhein. Ich war ich schüchtern, defensiv, am liebsten unsichtbar. Bin jedem Konflikt möglichst aus dem Weg gegangen. Konnte sie früher auch nicht gut aushalten. Denn ein Spruch, den ich lange verinnerlicht hatte, weil er innerhalb meiner Familie „gelebt“ wurde, lautete: „Kinder, die was wollen, kriegen was auf die Bollen.“  Egoismus war nicht angebracht: man funktionierte, machte, was erwartet wurde – von wem auch immer. Auch meine Familienmitglieder lebten so. Und so war meine Flucht ins Lesen und Schreiben, in Geschichten, Rollenspiele, Fernsehen & Co. vermutlich vorprogrammiert. Es hat mich gerettet, mir gezeigt, dass es auch anders geht, mir Auszeiten verschafft, mich befreit, mir Spaß macht.

Mein persönliches Re-Set zum Studienanfang: Gesunder Egoismus

Als Studentin alleine in einer neuen Stadt gelang der langsame Neuanfang: Hier kannte mich niemand, hier konnte ich mich quasi „neu“ erfinden, habe neue Menschen kennengelernt, die mich so nahmen, wie ich eigentlich sein wollte. Und so habe ich von da an – ganz ohne Coaching-Kurse oder professionelle Konzepte – intuitiv mein eigenes Konzept der Selbstfürsorge entwickelt: Indem ich mir leiste, auf mein Bauchgefühl zu hören. Ich nenne es schon seit Jahren meinen „gesunden Egoismus“. Und der hilft mir nicht nur im Privaten, sondern auch im Beruflichen, meist die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Eine Entscheidung gegen etwas ist immer auch eine für etwas!

Zum einen merke ich meist früh genug, wann eine private oder berufliche Situation mir nicht mehr guttut. Wenn ich etwas ändern oder beenden muss. Das passiert nie brachial und von jetzt auf gleich, sondern entwickelt sich langsam. Ich fühle, beobachte, denke nach. Und wenn es nicht mehr geht, wähle ich einen passenden Ausweg.

  • So habe ich schon mehrfach die Stelle gewechselt, wenn sie sich für mich nicht mehr richtig angefühlt hat – zuletzt von einer unkündbaren hinein in eine befristete, „unsichere“ Projektstelle.
  • Ich habe mich vor Jahren von einem lukrativen Freelance-Projekt verabschiedet, noch bevor ich damit Geld verdient habe, weil der Ansprechpartner und ich nicht auf derselben Ebene kommuniziert haben: Wir haben uns letztlich nicht vertraut. Und das, obwohl eine Bekannte mir diesen Kontakt empfohlen hatte und es natürlich auch für sie die Konsequenz hatte, kein passendes „Match“ vermittelt zu haben.

Gesunder Egoismus macht authentisch

Zum anderen bin ich davon überzeugt, dass genau diese Haltung mir bis heute dazu verholfen hat, meist die zu mir passenden Menschen, Stellen und Projekte zu finden.

  • Die mir bislang katastrophale oder krankmachende Erfahrungen erspart hat. 
  • Die mir dabei hilft, auch bei Konflikten letztlich die richtigen Lösungen zu finden. 
  • Die mich im privaten und im beruflichen hartnäckig bleiben lässt, wenn sich etwas „richtig“ anfühlt.

Gemäß dem Motto „Wie es in den Wald hereinschallt, so schallt es heraus.“ Auch das ist ein Spruch aus meiner Kindheit, der mich bis heute begleitet, weil er so wahr ist. Niemand möchte sich verbiegen müssen, und es ist gefährlich, einmal damit anzufangen. Damit meine ich keinesfalls, dass ich nicht zurückstecke, nicht auf andere eingehe, nicht hilfsbereit und verlässlich bin, wenn es die Situation erfordert. Sondern ich meine damit, dass ich ständig intuitiv darauf achte, ob mir eine Situation, ein Job, ein Freund, ein Mensch, ein:e Kund:in tatsächlich gut tut, ob ich mich dadurch weiterentwickeln kann, ob es auch für den/die andere:n passt.

Leidenschaft für Text, Redaktion und PR

Das ist meiner Meinung nach der einzige Weg, wie persönliche wie berufliche Verbindungen für alle Seiten genau das sind, was sie sein sollen: gut, zielführend, hilfreich, pragmatisch, authentisch. Allein im gegenseitigen und ehrlichen Austausch miteinander werden die besten Ergebnisse erzielt. Da kann der gesunde Egoismus nicht schaden.

Insofern bleibe ich dabei: Ich bin wählerisch, bleibe gesund egoistisch und freue mich auf die Kund:innen, die das ebenfalls sind. Die genau hinschauen und jemanden wie mich suchen, weil sie dieselben Werte und Überzeugungen teilen. Die leidenschaftlich bei einer Sache sein möchten und nicht nur die billigste oder einfachste Lösung suchen.

Denn Handwerk und Profession kann man erlernen – Haltung und Authentizität nicht…

Wenn Sie denken, dass meine Leidenschaft für Text, Redaktion und PR zu Ihrem Projekt passt, freue ich mich auf Sie!

Nicole Isermann

Nicole Isermann ist seit über 20 Jahren freie und fest angestellte Fachjournalistin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie arbeitet für Unternehmen, Vereine, Verbände, Agenturen oder Gründer. Der Blog PRojektText.com bietet alles rund um professionelle PR für KMU und das zielgruppengerechte Texten: on- wie offline.

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